Entwicklung der DFB-Elf: Fortschritte und Baustellen vor der WM

Die deutsche Nationalmannschaft startete mit zwei Siegen ins WM-Jahr: einem 4:3 gegen die Schweiz und einem 2:1 gegen Ghana. Trotz der Ergebnisse bleiben zahlreiche Fragezeichen. Die Tests verdeutlichen sowohl das offensive Potenzial als auch die strukturellen Probleme der Mannschaft. In der Offensive zeigt Deutschland viel Qualität. Florian Wirtz war gegen die Schweiz der entscheidende Spieler, während Deniz Undav gegen Ghana in der Schlussphase für den Sieg sorgte. Lennart Karl bewies ebenfalls seine Wirkung als Joker. Dennoch bleibt das Sturmzentrum ein Problem. Nick Woltemade konnte in der Startelf gegen Ghana nicht überzeugen, während Kai Havertz zwar ein Tor erzielte, aber noch nicht in Topform ist. Fragen zur klaren Nummer neun im Sommer bleiben. Die Defensive stellt die größte Baustelle dar. In beiden Spielen kassierte Deutschland unnötige Gegentore aufgrund individueller Fehler und unkonzentriertem Spielaufbau. Nagelsmann stellte fest, dass die Mannschaft sich „das Leben selbst schwer macht“. Diese Unkonstanz könnte in einem langen Turnier entscheidend sein. Trotz der Schwächen zeigt sich ein klarer Fortschritt in der Kaderstruktur. Spieler wie Kimmich, Wirtz und Havertz haben ihre Rollen gefunden. Allerdings fehlten wichtige Spieler wie Jamal Musiala und Felix Nmecha, was die Kaderqualität beeinflusste. Zusammenfassend zeigt die DFB-Elf klare Stärken, insbesondere im Umschaltspiel, aber auch deutliche Schwächen in der Balance und Struktur. Die Gruppenphase wird machbar sein, doch gegen Topteams wie Frankreich oder Spanien könnte die aktuelle Balance zum Problem werden. Nagelsmann hat eine funktionierende Mannschaft geformt, jedoch fehlt es noch an der nötigen Stabilität für ein Turnier auf höchstem Niveau.
Source: 90PLUS - 2026-03-31