ARD-Podcast beleuchtet Gewalt im Amateurfußball und die Folgen für Schiedsrichter

ARD-Podcast beleuchtet Gewalt im Amateurfußball und die Folgen für Schiedsrichter

Am Donnerstag startet der neue ARD-Podcast "Spielabbruch – Macht Gewalt den Amateurfußball kaputt?". Moderator Hubertus Koch berichtet über seine Recherchen zu einem besorgniserregenden Thema. Im März 2024 kam es im Spiel zwischen Bremer SV II und Bremen United zu erschreckenden Gewalttaten, bei denen ein Spieler einem am Boden liegenden Gegenspieler ins Gesicht trat. Solche Vorfälle sind im Amateurfußball keine Seltenheit. Koch stellt die Frage, warum es zunehmend zu solchen Eskalationen kommt. Der DFB gibt an, dass die Gewaltzahlen rückläufig sind, jedoch berichten viele Akteure von alltäglicher Gewalt auf den Plätzen. Pöbeleien, Bedrohungen und Handgreiflichkeiten seien mittlerweile fast normal. Trotz der Romantik des Amateurfußballs, die viele Spieler und Zuschauer anzieht, zeigt sich, dass die Hemmschwelle für extreme Gewalt gesunken ist. Ein zentraler Interviewpartner ist der junge Schiedsrichter Ansar, der selbst Opfer eines Angriffs wurde. Er fordert, dass der Respekt vor Schiedsrichtern wiederhergestellt wird, da viele von ihnen, aus Angst, nicht alles dokumentieren, was ihnen widerfährt. Koch betont, dass sowohl Präventionsarbeit als auch konsequente Strafen für Täter notwendig sind. Gewalt im Amateurfußball habe oft soziale und rassistische Ursachen, die angegangen werden müssen. Zudem wird die Rolle der Eltern kritisch betrachtet, da diese oft zu aggressivem Verhalten anregen. Der DFB wird für seine mangelhafte Erhebung von Gewaltdaten kritisiert und muss laut Koch aktiver auf die Vereine zugehen, um echte Veränderungen zu bewirken. Die Problematik ist komplex und erfordert ein umfassendes Handeln aller Beteiligten.

Source: Sportschau - 2025-09-25