Zverev steht vor der Chance seines Lebens bei den French Open

Alexander Zverev befindet sich in einer entscheidenden Phase seiner Karriere bei den French Open. Nach dem Ausscheiden seiner größten Rivalen, darunter der verletzte Carlos Alcaraz und der gescheiterte Jannik Sinner, ist Zverev als Weltranglistendritter der höchstplatzierte Spieler im Turnier. Die Frage, die sich nun stellt, lautet: Wird Zverevs ersehnter Grand-Slam-Erfolg ein Selbstläufer? Trotz der vorteilhaften Rahmenbedingungen ist die Antwort komplex. Zverev ist unter neuem Druck, nicht nur von sich selbst, sondern auch von außen. Mats Wilander, dreimaliger Sieger in Paris, bezeichnete den Druck als den größten, der je auf Zverevs Schultern lastete. Zverev hat in der Vergangenheit oft mit Druck zu kämpfen gehabt und hat zahlreiche Chancen verpasst. So führte er im Finale der US Open 2020 gegen Dominic Thiem und verlor, ebenso erging es ihm im Finale der French Open 2024 gegen Alcaraz. Diese Verluste und die damit verbundenen „Ausreden“ haben in der Öffentlichkeit an ihm genagt. Am Sonntag trifft Zverev im Achtelfinale auf den Niederländer Jesper De Jong, die Nummer 106 der Weltrangliste. Die French Open bieten ihm eine einmalige Gelegenheit, der erste deutsche männliche Grand-Slam-Sieger seit Boris Becker 1996 zu werden. Die Frage bleibt: Ist der Titel weniger wert, wenn die großen Namen fehlen? Wahrscheinlich nicht, denn bei Grand-Slam-Turnieren zählen am Ende die Titel.
Source: SZ.de - 2026-05-30