Schalkes letzter Meisterspieler Manfred Kreuz verstorben: Ein bewegendes Erbe

Schalkes letzter Meisterspieler Manfred Kreuz verstorben: Ein bewegendes Erbe

Am 18. Mai 1958 erlebten 85.000 Zuschauer im Niedersachsenstadion in Hannover einen historischen Moment: Der FC Schalke 04 wurde zum letzten Mal deutscher Fußballmeister. Anlässlich des Todes von Manfred Kreuz erinnerte der Klub an diesen bedeutenden Tag, da nun kein Spieler mehr lebt, der aus erster Hand von diesem Triumph erzählen kann. Manfred Kreuz, der 90 Jahre alt wurde, erzielte im Finale gegen den Hamburger SV den entscheidenden Treffer zum 3:0. Berni Klodt, der Mannschaftskapitän und 1954 Weltmeister, hatte bereits für den 2:0-Vorsprung gesorgt. Kreuz begann seine Karriere in den 1950er-Jahren, nachdem er von Ernst Kuzorra und Trainer Edi Frühwirth beim lokalen Klub SC Hassel entdeckt wurde. 1956 wechselte er zum FC Schalke, während er tagsüber im Finanzamt arbeitete und nachmittags auf dem Platz stand. Kreuz führte die Mannschaft als Kapitän durch herausfordernde Bundesliga-Zeiten, wobei der Klub ihn als „klaren moralischen Kompass“ bezeichnete. Er trug bis 1968 die Kapitänsbinde und beendete dann seine aktive Laufbahn mit insgesamt 135 Oberliga- und 83 Bundesligaspielen. Nach seiner Spielerkarriere trainierte er die Schalker Amateure, war bis 2013 im Ehrenrat und wurde zum Ehrenspielführer ernannt. Trotz öffentlicher Debatten hielt sich Kreuz zurück, blieb jedoch bis zu seinem Tod ein treuer Besucher im Stadion und ein wahrer Schalker.

Source: SZ.de - 2026-04-23