Laura Freigang: Droht der Nationalspielerin eine einjährige Sperre wegen Meldepflichtverstößen?

Der Deutsche Fußball-Bund hat kürzlich den Kader für die WM-Qualifikationsspiele gegen Norwegen und Slowenien bekannt gegeben, dabei fehlt die prominente Spielerin Laura Freigang. Die Stürmerin von Eintracht Frankfurt wurde von Bundestrainer Christian Wück nur auf Abruf berücksichtigt, was auf eine schwierige Entscheidung hindeutet: „Wir haben sehr lange überlegt, weil sie Erfahrung mitbringt, aber wir sie im Moment nicht so einsetzen können, dass sie uns auf dem Platz hilft.“ In den letzten Tagen ist Freigang jedoch in den Fokus geraten, da ihr möglicherweise eine Sperre von mindestens einem Jahr droht. Berichten zufolge soll sie innerhalb von zwölf Monaten dreimal Formfehler bei Dopingkontrollen begangen haben, was zu Missverständnissen bei den Ortsangaben führt. Freigang gehört zum Registered Testing Pool (RTP) der Nationale Anti-Doping Agentur (Nada), was bedeutet, dass sie genaue Angaben zu ihrem Aufenthaltsort machen muss. Konkret sind Athleten verpflichtet, der Nada drei Monate im Voraus mitzuteilen, wann sie voraussichtlich wo sein werden, und täglich ein Zeitfenster für mögliche Dopingkontrollen anzugeben. Bei drei versäumten Kontrollen innerhalb von zwölf Monaten gilt dies als „Meldepflichtverstoß“, was eine Sperre nach sich ziehen kann. Bislang stehen Freigang und Eintracht Frankfurt nicht im Dopingverdacht, da alle Tests negativ ausgefallen sein sollen. Es bleibt unklar, ob ein Verfahren eingeleitet wird, da geprüft wird, ob der dritte Verstoß als „Strike“ angerechnet werden kann. Der DFB hat sich bisher nicht zu dem Fall geäußert, und auch Freigang sowie ihr Verein haben keine Stellungnahme abgegeben. Sollte es zu einem Verfahren kommen, haben Athleten die Möglichkeit, ihre Umstände zu erklären und die Verstöße überprüfen zu lassen. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Verteidigung ist der ehemalige Handballnationalspieler Michael Kraus, der 2014 freigesprochen wurde, nachdem Zweifel an der Durchführung seiner Kontrolle aufkamen.
Source: SZ.de - 2026-06-01