Kritik an Ski-WM 2027: Crans-Montana muss Aserbaidschan als Sponsor akzeptieren

Die Ski-Weltmeisterschaften 2027 in Crans-Montana, Schweiz, stehen unter starkem Druck, da der Internationale Skiverband (FIS) Aserbaidschan als Sponsor durchgesetzt hat. Diese Entscheidung hat heftige Kritik ausgelöst, insbesondere im Hinblick auf Menschenrechte und wirtschaftliche Bedenken. Die Organisatoren sehen sich gezwungen, für ein Land zu werben, dessen Regime häufig wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik steht. Christophe Darbellay, Walliser Staatsrat, äußerte sich kritisch: „Man ist bereit, seine Seele zu verkaufen.“ Diese Bemerkung verdeutlicht das Unverständnis über die Entscheidung des FIS, die den WM-Austragungsort in eine schwierige Lage bringt. Aserbaidschan wird international oft als autoritär angesehen, da die politische Macht stark konzentriert ist und die Wahlen als nicht frei oder fair gelten. Laut Amnesty International hat sich die Menschenrechtssituation im Jahr 2025 weiter verschlechtert, mit Verhaftungen von Aktivisten und Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Die Organisatoren von Crans-Montana, angeführt von CEO Didier Défago, haben kaum Handlungsspielraum, da der Vertrag mit Aserbaidschan verbindlich ist. Dennoch haben sie zusätzliche Sponsoren gewonnen, wie die Schweizer Skimarke Stöckli, was den Einfluss von Aserbaidschan etwas mindert. Die Situation verdeutlicht die Spannungen zwischen sportlichen Veranstaltungen und politischen sowie ethischen Überlegungen, die in der heutigen Zeit immer stärker in den Vordergrund rücken.
Source: 20 Minuten - 2026-04-20