Kaufmann und Duda kämpfen gegen Sexismus und Hass im Tischtennis

Kaufmann und Duda kämpfen gegen Sexismus und Hass im Tischtennis

Die Tischtennis-WM in London stellt für die deutschen Spieler Annett Kaufmann (Kolbermoor) und Benedikt Duda (Bergneustadt) nicht nur sportlich eine Herausforderung dar, sondern auch eine emotionale. In den vergangenen Monaten sahen sich beide mit Hassnachrichten auf Social-Media-Kanälen konfrontiert, die das Duo stark belasteten. Kaufmann berichtete im März sogar von Morddrohungen. Kaufmann (19) erläuterte im Gespräch mit dem SID: "Sexistische Kommentare und allgemeine Hasskommentare sind teilweise Alltag geworden." Duda (32) äußerte sich ähnlich: "Wenn man nicht gewonnen hat und dann noch solche Nachrichten bekommt von Leuten, die man nicht kennt, ist das noch frustrierender." Er hatte bereits im Vorjahr betont, dass solche Angriffe ihn stark belasten. Um sich zu schützen, haben Kaufmann und Duda verschiedene Maßnahmen ergriffen. Kaufmann deutete an, dass sie im Ernstfall Sperranträge und Strafanzeigen in Erwägung ziehen könnte. Duda bestätigte die Verpflichtung einer Social-Media-Managerin, die seine Konten überwacht und schädliche Nachrichten filtert: "Ich bekomme das dadurch gar nicht mehr mit." Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) bietet den betroffenen Athleten Unterstützung durch Gespräche und Solidarität an. DTTB-Sportvorstand Richard Prause betonte bereits 2025 die Wichtigkeit dieser Unterstützung. Zusätzlich arbeitet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) an einem Hatespeech-Filter, um Athleten vor anonymen Online-Angriffen zu schützen. Kaufmann sieht solche Modelle auch im Tischtennis als notwendig an und ist überzeugt, dass der DTTB in Zukunft ähnliche Schritte unternehmen wird.

Source: sport.de - 2026-04-30