John Textor über seine Fußballinvestitionen und die Herausforderungen im Multi-Club-Modell

John Textor, Investor aus Florida, besitzt mit seiner Gruppe Eagle Football Anteile an mehreren Fußballklubs, darunter Olympique Lyon in Frankreich, RWD Molenbeek in Belgien und Botafogo in Brasilien. In der ARD-Dokuserie "Inside Fußball" erklärt Textor: "Ich bin Eintracht-Frankfurt-Fan" und zeigt Interesse an einem deutschen Klub. Textor betont die Vorteile von Multi-Club Ownership und spricht über die Herausforderungen, die mit dieser Struktur verbunden sind. Er sagt: "Multi-Club Ownership ist gekommen, um zu bleiben" und verweist auf den Anstieg solcher Klubs weltweit, von 60 vor zehn Jahren auf aktuell 345. Trotz seiner Erfolge mit Botafogo, das 2024 die Copa Libertadores gewann, und Crystal Palace, das 2025 den FA Cup holte, sieht sich Textor regulatorischen Konflikten gegenüber. Olympique Lyon stand kurzzeitig vor einem Zwangsabstieg, was zu Protesten der Fans führte. Textor äußert: "Für jemanden wie mich, der aus einem völlig freien Marktsystem kommt, ist die Regulierung extrem schwer nachvollziehbar." Sein Modell gerät jedoch unter Druck. Textor erklärt, dass er für Olympique Lyon institutionelle Anleger wie Ares Management benötigte, die nun 400 Millionen US-Dollar investiert haben. Der Kreditgeber fordert sein Geld zurück, was zu einem gerichtlichen Verfahren führte, bei dem ein Verwalter die Kontrolle über die Holding übernahm. Deutsche Funktionäre kritisieren die Entwicklung des Multi-Club-Modells. Alexander Wehrle, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart, sagt, dass solche Strukturen "nichts mehr mit dem Sport zu tun haben". Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, warnt vor unkontrollierten Transfers, die das System gefährden könnten. Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich Textor optimistisch, dass sein Modell in der Zukunft bestehen bleibt.
Source: Sportschau - 2026-04-17