Geldstrafen für Bayern und Stuttgart nach Pyrotechnik-Eskalation im DFB-Pokal-Finale

Nach den fraktionsübergreifenden Protesten beim DFB-Pokalfinale drohen den beteiligten Vereinen, dem Double-Sieger FC Bayern München und dem mit 0:3 unterlegenen VfB Stuttgart, Geldstrafen in sechsstelliger Höhe. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht im Strafenkatalog eine Buße von 1000 Euro pro illegal gezündeter Fackel vor, die sich aufgrund der Spielunterbrechung durch den Schiedsrichter wegen schlechter Sichtverhältnisse erhöhen könnte. Der DFB-Kontrollausschuss will die Vorfälle vom Samstag „beschäftigen“. Strafverschärfend wirken auch die teils beleidigenden Banner, da der DFB im vergangenen Jahr die Sanktionsmöglichkeiten massiv erweitert hatte. Die pyrotechnischen Erzeugnisse und Transparente wurden nach etwa einer Stunde Spielzeit von beiden Fanlagern gezeigt, was auf eine abgestimmte Choreografie hindeutet. Unter den Bannern befand sich ein gigantisches, mit einem roten Verbotsbalken versehenes DFB-Logo, das die Worte Kläger, Richter, Henker trug und kurz vor der Ehrentribüne von Sicherheitsleuten abgefangen wurde. Uli Hoeneß kritisierte die „Unverschämtheiten“ und forderte, dass Verband, Vereine und Politik hart durchgreifen. Die Proteste thematisierten unter anderem die Aushöhlung der Meinungsfreiheit durch neue DFB-Strafenkataloge und die Preisgestaltung beim Pokalfinale. Alexander Wehrle, Vorstandschef des VfB, betonte, dass die Fan-Kultur unterstützt werde, jedoch der Fußball im Mittelpunkt stehen sollte. Die Interessenvertretung „Unsere Kurve“ äußerte Verständnis für die Proteste, da starke Bilder nötig seien, um wahrgenommen zu werden.
Source: SZ.de - 2026-05-25