Franziska Preuß ruft zur Geduld für die nächste Biathlon-Generation auf

Mit dem Rücktritt von Franziska Preuß verliert der deutsche Biathlon seine erfolgreichste Ski-Jägerin der vergangenen Jahre. Trotz der entstandenen Lücke blickt die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin optimistisch nach vorn und appelliert an die Fans: Die nächste Biathlon-Generation in Deutschland benötigt Zeit. Preuß betonte im Interview mit der Saarbrücker Zeitung: "Wir haben ja gute Sportler" und verwies besonders auf Selina Grotian. Die erst 20-Jährige zeigte bereits durch einen starken zehnten Platz im Gesamtweltcup ihr Potenzial. Preuß ist überzeugt: "Also die hat auf alle Fälle mega viel Potenzial." Dennoch mahnte sie zur Geduld, da Rückschläge zur Entwicklung einer jeden Top-Biathletin dazugehören. Grotian wurde kürzlich durch eine COVID-19-Erkrankung ausgebremst und konnte in der abgelaufenen Weltcup-Saison nicht konstant an ihre Top-Leistungen anknüpfen. Die Zukunft des deutschen Frauen-Teams liegt jedoch nicht nur auf den Schultern einer Athletin. Preuß sieht auch Julia Kink und Marlene Fichtner als vielversprechende Talente: "Da gibt es also genügend." Entscheidend sei es, den jungen Sportlerinnen die nötige Zeit einzuräumen: "Die sind immer noch recht jung und denen muss man jetzt auch zugestehen, dass man mal Phasen haben darf, wo es noch nicht so läuft." Während die Frauen eine neue Generation heranreifen sehen, steht bei den Männern ein Umbruch bevor. Preuß bemerkte: "Die Mannschaft ist im Vergleich schon recht alt. Da werden in den nächsten Jahren sicher auch Leute wegfallen." Dies sieht sie jedoch als Chance, den Nachwuchs gezielt aufzubauen und an den Weltcup heranzuführen. Preuß blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Besonders emotional bleibt ihr der Gesamtweltcupsieg 2024/2025 im Gedächtnis. Die olympische Bronzemedaille mit der Mixed-Staffel in diesem Winter bewertet sie nüchterner, was an mehreren enttäuschenden Ergebnissen in anderen Disziplinen liegt.
Source: sport.de - 2026-04-16