Dänemark bleibt Deutschlands Angstgegner im Handball-Testspiel

Acht Monate vor der Heim-WM haben die deutschen Handballer ihr Dänemark-Trauma nicht überwinden können und erneut gegen die skandinavischen Dominatoren verloren. Im Testspiel in Kopenhagen musste sich die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason mit 28:36 (13:21) geschlagen geben. Diese Niederlage verlängert die bereits zehn Jahre andauernde Leidenszeit gegen den amtierenden Olympiasieger, Weltmeister und Europameister. Die Partie begann mit Hochgeschwindigkeits-Handball, doch Deutschland leistete sich zu viele Fehlwürfe und scheiterte immer wieder an Dänemarks Torhüter Emil Nielsen. Obwohl Dänemark mit zwei Toren von Mathias Gidsel auf 6:3 davonzog, hatte das DHB-Team mehrere Chancen zum Ausgleich, da die Hausherren ungewohnt viele Abspielfehler machten. Das Spiel wirkte in vielerlei Hinsicht wie ein klassisches Testspiel: viele Patzer und Experimente. Deutschland setzte häufig auf das Sieben-gegen-Sechs, doch auch diese taktische Variante brachte keinen Erfolg, und der Rückstand wuchs auf 8:14. Torhüter Andreas Wolff war kein Faktor und wurde vor der Pause durch David Späth ersetzt. Spielmacher Juri Knorr erzielte nur ein Tor bei vier Versuchen. Ex-Nationaltorhüter Silvio Heinevetter kritisierte zur Halbzeit die vielen vergebenen Chancen und technischen Fehler. Nach der Pause zeigte sich Deutschland verbessert, angeführt von Renars Uscins und mit einem starken Auftritt von Vincent Büchner, der sein Debüt gab. Doch die Hypothek aus der ersten Halbzeit war zu groß. Gislason äußerte sich nach dem Spiel versöhnlich: „Was mich stolz macht, ist die zweite Halbzeit, zumindest bis auf ein paar Phasen. Da kamen wir zwischenzeitlich ran und haben die Dänen unter Druck gesetzt.“ Dennoch kritisierte er die Leistung vor der Pause: „Wir haben viele Chancen nicht genutzt und die Torhüterleistung war nicht so gut.“ Am Sonntag (15:30 Uhr) stehen sich beide Teams in Köln erneut gegenüber.
Source: SZ.de - 2026-05-15