Borussia Mönchengladbach kämpft mit sportlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen

Die Jahreshauptversammlung von Borussia Mönchengladbach offenbarte die schwierige Lage des Vereins. Präsident Rainer Bonhof sprach vor 1612 Mitgliedern mit gebrochener Stimme von einem „Scheißjahr“ und zeigte sich emotional betroffen über den aktuellen Zustand der Mannschaft. Die aktive Fanszene hatte vor der Versammlung Flugblätter verteilt, die personelle Veränderungen im Präsidium forderten. Die sportliche Bedeutungslosigkeit der einst ruhmreichen Fohlenelf verstärkt die Sorgen der Anhänger. Nach dem Remis gegen Mainz liegt Gladbach nur sechs Punkte vor dem Abstiegsrelegationsplatz. Trainer Eugen Polanski, der im September 2023 übernommen hat, sieht sich bereits öffentlicher Kritik ausgesetzt. Sportchef Rouven Schröder kündigte eine schonungslose Bestandsaufnahme für den Sommer an. Aufsichtsratschef Michael Hollmann forderte einen klaren Schnitt und eine andere Gangart im Verein. Der Geschäftsführer Stefan Stegemann betonte die aktuelle Konsolidierungsphase von Gladbach seit 2022. Die finanziellen Aussichten sind besorgniserregend: Ein Umsatz von gut 189 Millionen Euro wird mit einem Minus von knapp vier Millionen Euro erwartet. Das Eigenkapital ist seit 2019 gesunken und liegt nun bei 45 Millionen Euro. Stegemann äußerte die Hoffnung auf eine Rückkehr in höhere Tabellenregionen und betonte, dass „95 Prozent des wirtschaftlichen Erfolgs vom sportlichen Erfolg abhängen“. Er sagte: „Wir können es besser!“ und forderte eine Stabilisierung, um schrittweise wieder nach oben zu kommen.
Source: SZ.de - 2026-04-28